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Die Bedeutung des Kirchenbaus aus Sicht des Denkmalpflegers |
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Von Urs Fankhauser, Denkmalpfleger zum 100-Jahr-Jubiläum der Kirche.
100 Jahre sind vergangen seit die heutige Kirche anstelle der von Ulrich Grubenmann 1726 umgestalteten alten paritätischen Kirche erbaut worden ist. Architekten waren W. Otto Pfleghard (Bürger von St. Gallen und Steckborn) sowie sein Compagnon Max Häfeli, die beide ein bereits anerkanntes Architekturbüro in Zürich führten und im Kirchenbautyp, welcher den historisierenden Stilen folgte, neben Karl Moser pionierhaft in der Spitzengruppe tätig waren. Vor Weinfelden hatte Pfleghard - der sich hauptsächlich der architektonischen Fragen annahm, während Häfeli die Ausstattung bereute - die Kirchen von Gossau SG, Lugano und die Kreuzkirche in Zürich gebaut, nach Weinfelden Romanshorn, Oberstrass-Zürich sowie das Kirchgemeindehaus Enge. Ausserdem schuf er eine grosse Anzahl bedeutender zürcherischer Geschäft- und Wohnhäuser. Alle diese Bauten gehören der Gruppe der sogenannten stilpluralistischen Architektur an: Funktionell durchorganisierte Baukörper im Gewande vereinfachter und weiterentwickelter historischer Stile, die sich mit Elementen der jeweiligen Zeitstile mischen. Für Weinfelden wählten die Architekten, gezwungen durch den schmalen Bauplatz über einem felsigen Steilhang, beeinflusst durch Karl Mosers Pauluskirche in Basel und bestimmt durch den damaligen liturgischen „Trend“ nach zentrierten Anlagen eine „romanische“ Konzeption über der Form eines griechischen Kreuzes. Das Verhältnis von Wand zu den (grossen) Fensteröffnungen, die funktionelle Anordnung aller Maueröffnungen sowie die Verbindung der romanischen stabilen Elemente mit den dynamischen Formen des Jugendstils sind weitere Charakteristika der Kirche Weinfelden. Die Urteile der Zeitgenossen (z.B. Prof. Calame und Arch. Jung, Winterthur) lauteten begeistert: Die Architektur gereiche „nicht nur der Gemeinde, sondern auch dem Kanton und dem weitern Vaterlande zur höchsten Zier“, und es gehöre speziell die Innenausstattung „zum Besten, was die moderne Kunst geschaffen habe“.Dieses begeisterte Urteil dürfen wir heute vorbehaltlos bestätigen. Nachdem in den 1970er Jahren die Kirche (nach Stürmen und Veränderungsgelüsten) ein erstesmal behutsam restauriert wurde und in den letzten Jahren auch im Hinblick auf das Jubiläum aussen wieder aufgefrischt und repariert wurde, präsentiert sie sich wiederum im besten Kleid. Wir stimmen auch heute gerne mit Calame und Jung in das Loblied mit ein. |
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