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Die Entwicklung des kirchlichen Lebens |



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Von Pfr. Christian Münch
Zur Zeit der Reformation wurde in den evangelischen Gottesdiensten die Predigt ins Zentrum gestellt. Das Abendmahl war nicht mehr integriert, sondern wurde als eigenständige Feier an hohen kirchlichen Tagen anschliessend an den Wortgottesdienst gefeiert. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts veränderte sich dies kaum. Doch in den letzten 50 Jahren hat sich das Gemeindeleben wie auch die Formen sehr gewandelt. Waren es im 19. und bis zur Mitte 20. Jahrhundert vor allem die Vereine, die das kirchliche Leben prägten, veränderte sich nach dem zweiten Weltkrieg das Umfeld derart, dass auch die Kirche davon betroffen war. Man besann sich auf alte Werte und probierte gleichzeitig Neues aus. Doch der Graben zwischen den Konfessionen war sehr tief, so dass oftmals Erneuerungen als "katholisches" Element angesehen wurde und nicht eingeführt werden konnten. Erst in den 80er- Jahren wurde an vielen Orten wieder die altchristliche Osterkerze und die Taufkerzen eingeführt, so auch in Weinfelden.
In den 60er-Jahren forderten verschiedene Basisbewegungen Veränderungen in den Gottesdiensten. In der Folge wurde an vielen Orten experimentiert. Die "modernen" Gottesdienste fanden jedoch wenig Anklang. Die sogenannten liturgischen Feiern, bei denen nicht mehr die Predigt das Hauptgewicht hatte, sondern sie dem Lied, den Lesungen und den Gebeten gleichgestellt war, verloren schnell wieder an Boden. Die auch in den 60er-Jahren eingeführten Familiengottesdienste jedoch werden auch heute noch gefeiert. Sie entsprechen doch mehrheitlich einem Bedürfnis. Auch in diese Zeit fällt die Einführung der Kirchenkaffees.
Erst im letzten Jahrzehnt des letzten Jahrhunderst begann eine sanfte Reform, die - wie es scheint - Bestand hat. Es entstanden neben den klassischen Gottesdiensten auch neue Formen, in denen neue Lieder gesungen wurden, begleitet durch Klavier. In Weinfelden hiessen diese Gottesdienste "Besinnung & Freude" und waren konsequent am Abend. Mit der Zeit entstanden Teams, eines für die Musik und Lieder und eines für den thematischen Teil. Diese Abendgottesdienste sind nach 15 Jahren eingestellt worden, wobei Elemente davon in den Morgengottesdienst eingeflossen sind..
So haben unsere Morgengottesdienste in den letzten Jahren Veränderungen erfahren. Meistens werden neben den traditionellen Chorälen, die nach wie vor mit der Orgel begleitet werden, auch moderne, populäre Lieder gesungen. Diese werden durch eine Musikgruppe begleitet (Klavier, Gitarre, Querflöte, Saxophon, ..., SängerInnen). Biblische Textlesungen und Gebete werden von Gemeindegliedern gelesen (Liturgie-Gruppe).
Auch mit den andern örtlichen Kirchgemeinden feiern wir Gottesdienste, so mit der katholischen Kirchgemeinde sowie mit den Gemeinden der Evangelischen Allianz Weinfelden (Chrischona, Freie Christengemeinde, Methodisten). So pflegen wir mit den anderen Gemeinden ein freundschaftliches Verhältnis.
In der Kinder- und Jugendarbeit sind neue Angebote entstanden. Wir wollen uns der Herausforderung der Zeit stellen und auch Neues wagen, unter dem kantonalkirchlichen Konzept "Kirche, Kind und Jugend". |
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