Jahreslosung 2018

Dieter Schütz / pixelio.de<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>evang-weinfelden.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>33</div><div class='bid' style='display:none;'>2139</div><div class='usr' style='display:none;'>2</div>

Die Jahreslosung 2018 ist dem letzten Buch der Bibel, der Offenbarung des Johannes, entnommen: "Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst" (Offb. 21,6). Nachfolgend ein paar Gedanken dazu von P. Christoph Huppenbauer.
Richard Häberlin,
Umsonst – der Doppelsinn dieses Wörtchens weckt meine Aufmerksamkeit: Was meint umsonst – gratis oder vergeblich?
Zunächst einmal: Alles Leben ist umsonst, gratis. Keiner hat sich selbst geschaffen. Leben ist das kostbarste Geschenk überhaupt, unbezahlbar. Ohne eigene Vorleistung wurden wir geboren. Hoffentlich und allermeist sind wir Menschen ein Geschenk der Liebe – und falls nicht, so sagt doch unser Glaube: Du bist gewollt, dein Leben ist ein Gottesgeschenk. Kein Mensch ist ein "unwertes Leben".
Unsere Nazigeschichte einerseits, aber auch die moderne Gentechnik und Forschungen zur Entwicklung von "Designer-Babys" sind Anlass genug, daran zu erinnern: Jedem menschlichen Leben, ob mit oder ohne Behinderungen, ist die uneingeschränkte Menschenwürde zugesprochen. Sie ist eine Gabe Gottes und uns als Aufgabe zu solidarischem Miteinander anvertraut. Heute heißt das Inklusion. D. h.: Jeder ist gleichberechtigter Teil der menschlichen Gemeinschaft. Kein Leben ist umsonst, sinnlos, vergeblich.
Niemand wünscht sich als Urteil über seinem/ihrem Leben: "Es war umsonst"? Denn in der Regel hören wir dabei: vergeblich, sinnlos, gescheitert. Doch wer so über sich oder andere denkt, sagt damit zugleich: Mir, bzw. diesem Menschen wurde vorenthalten, was unabdingbar zum Leben gehört, nicht zuletzt seine Würde. Vielleicht hat ein solcher Mensch zu wenig Liebe erfahren, zu wenig Anerkennung, zu wenig Zutrauen. Oder auch: Es haben ihm die elementarsten Lebensbedingungen gefehlt: Nahrung, Wasser, ein Dach über dem Kopf, medizinische Hilfe, Bildung und eine intakte Nachbarschaft. Das alles ist eingeschlossen in dem biblischen Begriff lebendiges Wasser und noch mehr: Sinn, Erfüllung und endgültige Heimat bei Gott.
Gott will, dass diese Gaben gratis sind, umsonst. Das hat Konsequenzen für unser Handeln: Wer immer anderen Menschen solche Lebensgaben vorenthält, wer ihnen elementare Lebensmöglichkeiten verweigert und Lebensgrundlagen zerstört, – aus Profitgier, Egoismus, Machtinteressen, ideologischer und religiöser Verblendung oder welche Motive auch immer eine Rolle spielen – wer so handelt, der entwertet und missbraucht das kostbarste Geschenk, das uns gegeben ist. Gratis, umsonst! So will es Gott. Neben der Bedeutung Geschenk klingt darin auch mit an, was noch dazu gehört und das Leben bereichert: Gnade, Dank, Grazie – amazing grace!

Pastor Christoph Huppenbauer (Christoffel-Blindenmission)
Autor: Richard Häberlin     Bereitgestellt: 26.12.2017     Besuche: 57 Monat
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch